Einschätzung der Erntesituation 2021 durch swiss granum

14.09.2021

Swiss granum, die Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen, hat Ende August gestützt auf Rückmeldungen von 28 Sammelstellen eine Einschätzung der Erntesituation 2021 vorgenommen.

Brotweizen
Die diesjährige Brotweizenernte wurde durch mehrere Faktoren zumeist negativ beeinflusst. Das Wachstum der Pflanzen war aufgrund der sehr trockenen Bedingungen im April nicht optimal. Danach folgte eine sehr feuchte Periode mit eher tiefen Temperaturen, welche das Abreifen der Pflanzen verzögerte. Die Brotweizenfelder wurden während der Unwetter im Sommer regional unterschiedlich stark vom Hagelschlag betroffen, die Auswirkungen waren jedoch deutlich grösser als in den Vorjahren. Aufgrund der vielen Niederschläge verzögerte sich zudem die Ernte, da die Bestände entweder zu nass waren zum Dreschen oder die Felder teilweise nicht oder nur eingeschränkt befahren werden konnten. Dadurch kam es zu Auswuchs, wodurch die Qualität eines Teils des Weizens stark beeinträchtigt wurde. Mykotoxinbefall war regional zu verzeichnen, gesamtschweizerisch betrachtet waren die Auswirkungen aber klein.

Gestützt auf die Augusterhebung wird gesamtschweizerisch von einer um rund 20% tieferen Erntemenge verglichen mit dem Vorjahr ausgegangen, wobei die Regionen unterschiedlich stark betroffen sind. Insgesamt wird eine Brotweizenernte in der Grössenordnung von 320‘000 bis 370‘000 t Brotweizen geschätzt. Stand heute können davon rund 270‘000 bis 320‘000 t als backfähiger Brotweizen gemäss swiss granum Übernahmebedingungen bezeichnet werden.
Es handelt sich um eine provisorische Einschätzung, da die Übernahme der Brotweizenernte bei der Erhebung erst zu rund 95% abgeschlossen war und die Aufbereitung des Brotweizens in den Sammelstellen noch erfolgen wird. Zudem kann die Qualität der Ernte aktuell nicht beurteilt werden, da die Untersuchungsergebnisse von swiss granum erst im Oktober vorliegen. Die Übersicht von Roggen und Dinkel zum Gesamtbild Brotgetreide steht ebenfalls noch aus. Noch offen ist weiter, ob die separat gelagerten Mengen Brotweizen mit Fallzahlen zwischen 180 und 219 Sekunden ebenfalls dem Backkanal zugeführt werden können. Diese Mengen werden momentan auf ca. 10‘000 bis 12‘000 t geschätzt und sind in den obigen Mengen nicht enthalten.

Gerste / Futterweizen
Aufgrund der durchschnittlich um rund 12% tieferen Erträge verglichen mit 2020 wird die inländische Gerstenproduktion basierend auf der Hochrechnung aktuell auf rund 160‘000 bis 175'000 t geschätzt. Auch hierbei handelt es sich um eine provisorische Einschätzung, obwohl die Gerstenernte zum Zeitpunkt der Erhebung abgeschlossen war. Die Situation beim Futterweizen (Futterweizensorten) kann zurzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden.

Raps
Auch beim Raps machen sich die Auswirkungen der Regenfälle sowie des Hagels in einer tieferen Erntemenge bemerkbar. Zusätzlich hinzu kam ein erhöhter Schädlingsdruck. Durchschnittlich wird deshalb gesamtschweizerisch ca. 11% weniger Raps erwartet als im Vorjahr. Auf Basis der Hochrechnung wird die inländische Rapsproduktion aktuell auf rund 75‘000 bis 80'000 Tonnen geschätzt, davon sind ca. 25'000 bis 28'000 t Holl-Raps. Die Vermarktung des inländischen HOLL-Rapses erfolgt zu 100% unter Suisse Garantie Bedingungen. Aufgrund der erwarteten Erntemengen kann die Nachfrage nach inländischem Raps nicht gedeckt werden. Gestützt auf diese Erkenntnisse unterstützt swiss granum den bei der Agro-Marketing Suisse eingereichten Antrag auf Gewährung einer Suisse Garantie-Ausnahme für Raps.

Beurteilung der Versorgungslage
Ein genaues Bild über die Ernte 2021 wird die Gesamterhebung von swiss granum liefern. Die Resultate für Raps werden Mitte September vorliegen, diejenigen für Brot- und Futtergetreide in der ersten Hälfte Oktober. Basierend darauf und anhand der Resultate der Qualitätserhebung wird die Kommission «Markt-Qualität Getreide» von swiss granum Mitte Oktober 2021 die Versorgungslage insgesamt beurteilen und über allfällige Massnahmen der Branche zur Sicherstellung der inländischen Versorgung mit Brotgetreide entscheiden. Zusätzlich werden auch die per 30.6.2021 noch vorhandenen Lagermengen aus den letztjährigen Ernten mit einbezogen.

Quelle: Swiss Granum


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